Von Christian / Carmen Joy Imes
In dieser Serie befassen wir uns mit Gedanken aus dem Buch Bearing God’s Name – Why Sinai still matters (Gottes Namen tragen – warum der Sinai noch immer wichtig ist) von Carmen Joy Imes.
In den ersten drei Teilen haben wir darüber gesprochen, wie die Israeliten von Jahwe als Volk organisiert und geschult wurden, seinen Namen zu tragen. Ihre Aufgabe war es, dass durch sie alle Nationen erkennen können, was für ein Gott Jahwe ist. Gottes Namen zu tragen war ihre freie Entscheidung und sie sagten am Sinai, dass sie alles tun wollen. Nach 40 Jahren Wanderung in der Wüste tat die nächste Generation das selbe. Und nochmal bestätigen sie ihr Versprechen als sie im verheißenen Land sind (Josua 8:30-35).
Danach lesen wir vom Sinai kaum noch etwas, obowhl doch das ‚Erinnern‘ ein Schlüsselthema biblischer Theologie ist. Das ist schon überraschend, wenn man die Bedeutung der Ereignisse berücksichtigt. Aber der Schwerpunkt sollte auf der Erinnerung an die Befreiung liegen, und nicht etwa eine Pilgerreise zum Sinai oder so etwas ähnliches.
Ist das Thema damit beendet? Wohl kaum, denn jetzt kommt die Zeit, in der sie wie versprochen den Namen Gottes tragen sollten, damit alle Nationen sehen, dass Jahwe über allen anderen steht und wie überlegen seine Herrschaft ist. Darauf geht Carmen Imes in der zweiten Hälfte ihres Buches ein. Ich möchte hier aber nur einige der vielen interessanten Punkte erwähnen.
Feind Nummer 1
Feindlich gesinnt waren den Hebräern einige: Zuerst Ägyptens Pharao und seine Arme, dann einige Völker auf der Wanderung und schließlich die Könige im verheißenen Land. Aber das war nicht ihr gefährlichster Feind. Ihr gefährlichster Feind sind sie selbst. Immer wieder murren sie, rebellieren oder wollen gar nicht mehr ins verheißene Land. Ihre Angst vor den Völkern ist so ansteckend, dass das ganz Volk in Panik ist. Was ist das Problem? Sie lehnen es ab, darauf zu vertrauen, was Jahwe ihnen versprochen hat.
Das erklärt auch, warum Jahwe auf ähnliche Situationen vor dem Sinai mit Gnade reagiert. Seine Erwartungen an das Volk sind gering. Nach dem Sinai hat er sich nicht geändert. Doch seine Erwartungen durften zurecht höher sein. Ein Jahr hatte er ihnen Zeit gegeben, zu lernen, ihn zu ehren und sich gegenseit zu respektieren. Doch er sieht wenig Fortschritte. Das Muster ist daher nach dem Sinai immer das gleiche: Murren und Rebellion hat Bestrafung zur Folge, ein Gebet bringt Hilfe.
Der Anfang der Erfüllung – und was Jahwe sieht
Doch schließlich sind sie im verheißenen Land. Das Buch Josua illustriert die Erfüllung des Versprechen Jahwes.
Dann werden alle Völker auf der Erde sehen, dass der Name Jahwes über dir ausgerufen wird, und sie werden dich fürchten.
5. Mose 28:10 Carmen Imes
Doch schon hier deutet sich an, dass sie zwar ins verheißene Land gekommen sind, aber ihre Aufgabe nicht erfüllen, den Namen Gottes zu tragen. Wir lesen von der Kanaaniterin Rahab, die voller Glauben ist, und im Gegensatz dazu auch vom untreuen Israeliten Achan. Die Gibeoniter sind mehr davon überzeugt, dass Jahwe den Israeliten das Land geben wird als sie selbst. „Die nächste Generation hat einen wackeligen Start hingelegt.“
Schnell verlieren sie den Blick auf die Tatsache, dass sie Jahwe sie aus den Nationen genommen hat, um ihm zu gehören. Sie wollen lieber so sein, wie alle anderen auch. In 1. Samuel erfahren wir, dass sogar die Priester, deren Aufgabe es gerade ist, den Bund mit Jahwe hochzuhalten, ihre heiligen Aufgaben so mißachten, dass Jahwe ankündigt, diese Priesterlinie auszulöschen. Als nächstes möchten sie einen König wie die anderen auch – und zwar jetzt, zu dem Zeitpunkt, zu dem sie es wollten. Aus dem Buch Richter erfahren wir, dass sie Jahwes Auftrag, das verhießene Land zu erobern nicht vollständig ausführten. Es läuft immer wieder nach diesem Muster:
Der Engel Jahwes kam von Gilgal nach Bochim herauf und sagte zu den Israeliten: „Ich habe euch aus Ägypten herausgeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern unter Eid zugesichert hatte. Ich hatte gesagt: ‚Niemals werde ich meinen Bund mit euch brechen, nie! Aber ihr dürft keinen Bund mit den Bewohnern dieses Landes schließen und müsst ihre Altäre niederreißen.‘ Doch ihr habt mir nicht gehorcht. Wie konntet ihr das nur tun? So muss ich euch jetzt sagen: ‚Ich werde die Bewohner dieses Landes nicht vor euch vertreiben! Sie werden euch Widerstand leisten und ihre Götter werden zur Falle für euch.‘“ Als der Engel Jahwes das gesagt hatte, schrien die Israeliten auf und begannen zu weinen.
Richter 2:1-4 NEÜ
Und sobald Josua gestorben war, geschah dies:
Schließlich starb jene ganze ältere Generation und es wuchs eine neue heran, die Jahwe nicht kannte und seine großen Taten für Israel nicht miterlebt hatte. Da fingen die Israeliten an, den Baalen zu dienen, was Jahwe als sehr böse ansah.
Richter 2:10,11 NEÜ
Jahwe sandte immer wieder Richter, um sie zu befreien. Doch selbst das half nicht auf Dauer:
Doch sobald der Richter gestorben war, wurden die Israeliten rückfällig und trieben es noch schlimmer als ihre Vorfahren. In ihrem Trotz hörten sie einfach nicht auf, den anderen Göttern nachzurennen, sie zu verehren und sich vor ihnen niederzuwerfen. Da flammte Jahwes Zorn gegen Israel auf. Er fasste den Beschluss: „Weil dieses Volk ständig den Bund bricht, den ich mit ihren Vorfahren geschlossen habe, weil es mir einfach nicht gehorchen will, werde auch ich kein einziges Volk mehr vor ihnen vertreiben. Die Völker, die Josua bis zu seinem Tod nicht vertreiben konnte, lasse ich im Land, um die Israeliten auf die Probe zu stellen, ob sie wie ihre Vorfahren auf meinem Weg bleiben oder nicht.“
Richter 2:19-22 NEÜ
Wurde es in der Zeit der Könige Israels denn besser? Es gab nur wenige gute Könige. Als Salomo den Tempel einweiht, spricht er in seinem Gebet davon, dass so alle Völker den Namen Jahwes kennenlernen mögen. Dass Jahwe den Tempel mit seiner Herrlichkeit füllt, zeigt, dass er zu seinem Bund mit Israel steht.
Der erste bedeutende Prophet der Zeit der Könige ist Elia. Er muss sich nicht nur dem König und den Anbetern Baals gegenüberstellen, sondern hat schließlich den Eindruck, dass sein Dienst völlig umsonst war. Interessanterweise läuft er bis zum Berg Sinai, wo Jahwe ihm versichert, dass dem nicht so ist. Er ist nicht allein. Es gibt noch einige wenige, die keinen Götzendienst verrichten.
Schließlich war es so schlimm, dass Jahwe sie aus dem Land vertreiben musste – wie er sie schon am Sinai gewarnt hatte.
Aber wohin sie auch kamen, brachten sie meinen heiligen Namen in Verruf, denn die Leute dort sagten: ‚Das ist das Volk Jahwes, aber sie mussten aus seinem Land weg!‘ Da tat es mir um meinen heiligen Namen leid, denn die Leute von Israel entweihten ihn, wohin sie auch kamen.
Ich werde meinen großen Namen, den ihr unter den Völkern entweiht habt, wieder zu Ehren bringen. Und wenn ich mich vor den Augen der Völker an euch als heilig erweise, spricht Jahwe, der Herr, werden auch sie erkennen, dass ich es bin – Jahwe!
Hesekiel 36:20,21,23 NEÜ
Das war der Tiefpunkt. Anstatt Gottes Namen zu tragen und seinen heiligen Namen hochzuhalten, haben sie ihn überall in Verruf gebracht. Man könnte sich sogar fragen, ob der Bund, den sie so oft gebrochen hatten, überhaupt noch bestand. War die Situation nach Jahrhunderten nicht so sinnlos, dass ein Weitermachen keinen sein mehr ergab. Sollte er nicht einfach … neu anfangen? Ein neuer Bund?
Ein neuer Bund – oder der erneuerte Bund?
Manchmal ist ein Neuanfang das Beste. Das erbittet Jesaja in Jesaja 63: Zurück zum Sinai. Der Prophet Jeremia spricht darüber in Jeremiah 31. Falls du gedanklich jetzt schon beim neuen Testament bist, dann lies aufmerksam Jeremiah 31:31-32:
Sieh, es kommen Tage, Spruch des HERRN, da schliesse ich einen neuen Bund mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda, nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vorfahren geschlossen habe an dem Tag, da ich sie bei der Hand nahm, um sie herauszuführen aus dem Land Ägypten; denn sie, sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl doch ich mich als Herr über sie erwiesen hatte! Spruch des HERRN.
Jeremia 31:31-32 Züricher
Ein neuer Bund anders als der vom Sinai? Nun, die Bündnispartner sind die selben. Und der Grund ist nicht, dass der Bund vom Sinai schlecht war, sondern weil sie ihn gebrochen haben. Das Neue beschreibt Jeremia in den nächsten beiden Versen:
„Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließen werde, wird ganz anders sein“, spricht Jahwe. „Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz, ich lege es tief in sie hinein. So werde ich ihr Gott sein und sie mein Volk. Dann muss keiner mehr den anderen belehren, niemand muss mehr zu seinem Bruder sagen: ‚Erkenne doch Jahwe!‘ Denn alle werden mich erkennen, vom Geringsten bis zum Größten“, spricht Jahwe. „Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nie mehr denken.
Jeremiah 31:33-34 NEÜ
Das neue ist, dass jeder Israelit in der Lage sein wird, diesen Bund zu verinnerlichen. Der Bund vom Sinai wurde mehrmals von den Israeliten wieder bestätigt. Auch weil eine neue Generation nachgewachsen war. Doch ein Bund mit einem Volk, von Generation zu Generation durch die Abstammung weitergegeben, hat nicht gerade gut funktioniert. Dieser erneuerte Bund zielt daher auf Einzelpersonen ab, die den aufrichtigen Wunsch haben, Gottes Namen zu tragen – so wie Jahwe es gesagt hatte.
Überstrapazieren wir damit den Begriff ‚neu‘ in Jeremia 31? Nun, der selbe Prophet verwendet diesen Begriff auch in den Klageliedern:
Die Güte Jahwes ist nicht zu Ende, / sein Erbarmen hört nicht auf. An jedem Morgen ist es neu. / Deine Treue ist groß!
Klagelieder 3:22,23 NEÜ
Und als Verb verwendet er das Wort so: „ Bring uns zurück, HERR, zu dir, wir wollen umkehren. Mach unsere Tage neu, wie sie einst waren.“ (Klagelieder 5:21 Züricher). In ähnlicher Weise spricht Hesekiel von einem „neuen Geist“ für seine Volk (Hesekiel 11:17-20), einem „neuen Herz“ (Hesekiel 18:31) und „neuem Geist“ (Hesekiel 36:24-28).
Aber wird in Hebräer 8 nicht gerade auf Jeremia 31 bezug genommen und dann gesagt:
Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist dem Verschwinden nahe.
Hebräer 8:13 Züricher
Aber lassen wir uns hier nicht vom Ende des Kapitels davon abhalten, den Kontext zu betrachten:
Aber der Autor fährt fort zu beschreiben, was genau verschwinden wird: nämlich das Opfersystem. Opfer brachten zwar Vergebung, aber sie konnten das schuldige Gewissen nie reinigen, weil die Menschen immer wieder sündigten. Das erste Opfersystem, das am Sinai eingeführt wurde, war nur vorübergehend. Jetzt, da Jesus sich ein für alle Mal hingegeben hat, ist der irdische Tempel nicht mehr nötig. Opfer sind überflüssig.
Imes, Carmen Joy. Bearing God’s Name: Why Sinai Still Matters (English Edition)
Hat sich also mit dem Erscheinen Jesu Christi diese Sinai-Geschichte erledigt? Welche Aussagen finden wir im Neuen Testament und inbesondere in den Evanglien?
Gib mir einfach Jesus – Das Zeugnis des Evangeliums
In den Texten aus dem Alten Testament, die wir in dieser Serie im Zusammenhang mit dem Bündnis vom Sinai gelesen haben, haben wir in er Regel den Namen Gottes Jahwe gelesen. Wenn wir nun mit den Evangelien im Neuen Testament fortfahren, fällt ein enormer Unterschied auf: Jahwe scheint nicht mehr vorzukommen – zumindest nicht in den uns überlieferten Manuskripten. Stattdessen geht es immer um Jesus.
Gerade das Matthäus Evangelium ist aber so geschrieben worden, dass hier eine Kontinuität aufgezeigt wird: Das Kind Jesus wird der Christus genannt. (Matthäus 1:16), die griechische Form von Messias, dem Gesalbten. Aber seine Name ist Jesus, der die Bedeutung hat: „Jahwe rettet.“ (Matthäus 1:21,25). Würden wir den Namen in Hebräisch oder Aramäisch gehört und gelesen haben, in der Sprache, in der Matthäus möglicherweise zuerst geschrieben wurde, wäre uns vielleicht schon eine Parallele zu Zeit des Sinai aufgefallen: Am Sinai hat Moses Hoschea als ‚rechte Hand‘, dessen Name die Bedeutung hat: „er rettet.“ (4. Mose 13:8). Moses änderte seinen Namen auf Jeshua, was „Jahwe rettet“ bedeutet (4. Mose 14:6). Und Jesus ist nichts anderes als die lateinische Form des griechieschen Iesou, das die Übersetzung des hebräischen Jehsua ist: „Jahwe rettet“.
Doch das ist noch lange nicht alles. Das Matthäus Evangelium wurde so kreativ strukturiert und geschrieben, dass der Berg Sinai und die Ereignisse eine große Rolle spielen. Hier nur ein kurzer Überblick:
- Das Matthäus-Evangelium gliedert sich in 5 Blöcke, welche die 5 Bücher Mose nachahmen.
- Davor findet sich eine Einleitung mit der Geschichte der Flucht Jesu Eltern nach … wohin? Ägypten! Es ist eine umgekehrte Exodus-Geschichte.
- Als die Lage wieder sicher ist, kehren sie aus Ägypten ins verheißene Land zurück und wiederholen sozuagen Israels Auszug aus Ägypten und den Einzugs in das verheißene Land.
- Als nächstes lesen wir, dass er sich in den Wassern des Jordan taufen lässt. Das erinnert uns daran, dass die Israeliten erst das Schilf-Meer und dann den Jordan durchquert haben.
- Dann wird Jesus vom Geist wohin gesandt? In die Wüste. Für wie lange? 40 Tage.
- Dort wurden die Isarealiten versucht, sich von Jahwe abzuwenden. Und dort wird Jesus versucht. Und woraus zitiert Jesus? „Jesus wählt genau die Kapitel des 5. Buches Mose aus, in denen Mose die Israeliten an die Lektionen erinnert, die sie in der Wüste hätten lernen sollen – Lektionen, die Jesus auswendig kennt.“
Welche Lektion erteilt Jesus durch seine Antworten auf die Versuchungen? „Kein Weg zum Erfolg ist der richtige Weg, wenn er gegen den Bund verstößt. … Der Messiahs hat die Prüfung bestanden, in der Israel gescheitert ist.“
Der Fokus im Matthäus-Evangelium liegt auf fünf Predigten Jesus. Und so ist der erste Block der Lehren Jesu bekannt als die Bergpredigt. Ein Berg ist der Kontext, den Matthäus uns hier nicht umsonst erwähnt. Und Jesus knüpft auch an den Sinai an: „Denkt nicht, dass ich gekommen bin, um das Gesetz oder die ‹Worte der› Propheten außer Kraft zu setzen. Ich bin nicht gekommen, um sie aufzuheben, sondern um sie zu erfüllen.“ (Matthäus 5:17) Jemand mag denken, dass mit ‚erfüllen‘ gemeint sei, dass Jesus sozusagen eine Bedingung ‚erüllt‘ hat und das Gesetz damit abgeschafft hat. Aber als das Gesetz am Sinai Israel gegeben wurde, gab es doch nie eine Klausel wie folgende: Sollte irgendjemand einmal das Gesetz vollständig halten, dann ist es abgeschafft, erledigt, veraltet. Erinnern wir uns: Es ging darum, dass sie als Bilder Gottes seinen Namen tragen! Und für die Übertretung des Gesetzes gab es das System der Opfer. Es gibt keine Klausel, mit der das Bündnis endete. Daher gibt die Neue Genfer Übersetzung in der Fußnote an: „sondern um volle Geltung zu verschaffen.“ Sollte jemand gedacht haben, dass sich das mit dem Sinai und dem Gesetzt jetzt erledigt hat, den lehrt Jesus etwas anderes. Ganz im Gegenteil geht er sehr unbequem darauf ein, dass die Israeliten es haben schleifen lassen und hebt die Messlatte auf den Stand, den Jahwe mit dem Gesetz beabsichtigt hatte: Glaubt nicht, es reicht, wenn ihr gemäß dem Buchstaben nicht gegen das Gesetz verstoßen habt, denn Jahwe möchte, dass ihr im Herzen nicht so denkt und fühlt!
Ist Jesus nun „der Prophet gleich Mose“, der kommen soll, wie es in 5. Mose 18:15 steht? Berücksichtigt man den Kontext in 5. Mose 18, dann erkannt man, dass Jahwe nicht nur einen Propheten senden würde, um Anleitung im Angesicht des Götzendienstes zu geben. Und dass es auch falsche Propheten geben würde, und wie man sie erkennen kann. Apostelgeschichte 3 und 7 wenden diesen Text auch entsprechend an. Jesus ist auch nicht nur ein Prophet wie Moses – er ist größer. Er ist der ’Sohn des Menschen’, der Herr des Sabbats zum Beispiel (Matthäus 12:8)
In der Umgestaltungszene in Matthäus 17 finden sich wieder viele Bezugnahmen auf den Sinai. Es geschieht … auf einem Berg. Das Angesicht Jesus leuchtet. Ein Wolke, Herrlichkeit, die Stimme Gottes. Moses und Elia, die beide Gottes Herrlichkeit sahen – am Sinai.
Liest man weiter im Neuen Testament stellt man erstaunt fest: „Die Ehrfurcht ging nahtlos von Jahwe auf Jesus über, ohne Erklärung oder Entschuldigung.“
Und Jesus führt die Dinge so weiter, wie Jahwe sie begonnen hat:
„Der Herr aber sagte zu ihm: Geh hin, denn gerade er ist mein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen zu tragen vor den Augen von Völkern und Königen und vor den Augen der Israeliten.“
Apostelgeschichte 9:15
Und das war nicht nur die Aufgabe des Paulus. Immer wieder findet sicht der Gedanke im Neuen Testament, dass die Jünger Jesus ‚seinen Namen tragen‘ sollten, so wie die Israeliten ‚den Namen Gottes tragen‘ sollten. In Jakobus 2:7 heißt es: „Sind nicht sie es, die den guten Namen, der über euch ausgerufen ist, lästern?“ Diese Satz ist im griechischen Text ziemlich ungelenkt, weil der die hebräische Phrase widerspiegelt, die dafür verwendet wird, dass Jahwes Name über Israel ausgerufen wird (5. Mose 28:10).


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