Von Christian / N. T. Wright
Im elften Kapitel des Buches von N.T. Wright How God Became King: The Forgotten Story of the Gospels (Deutsche Übersetzung: Reich Gottes, Kreuz, Kirche. Die vergessene Story der Evangelien) geht es zum Abschluss darum, wie man in Anbetracht der Evangelien die Glaubensbekenntnisse besser lesen und verstehen sollte.


Das Ganze und seine Teile
Als ganz gewöhnliche Christen haben wir das Neue Testament vor uns und freuen uns über diesen wundervollen Text. Aber uns ist auch bewusst, dass wir manches nicht verstehen, die Bedeutung im Kontext und in der Sprache des ersten Jahrhunderts uns fremd sind und wir manche Zusammenhänge noch nicht einmal erahnen. Aber das sollte doch alles kein Problem sein, denn über zwei Jahrtausende haben Bibelgelehrte diese Texte analysiert, in Teile auseinandergenommen, repariert und poliert und uns dann diese wundervollen Teil präsentiert und ausführlich erklärt.
Dabei haben Gelehrte und Konfessionen jeweils verschiedene Texte unterschiedlich interpretiert und unterschiedliche Teile des Neuen Testaments hervorgehoben. Und auch wenn wir die Bemühungen der Gelehrten schätzen, fragen wir uns vielleicht manchmal, ob diese wirklich über den selben Text des Neuen Testaments sprechen.
Was wir aber brauchen, sind nicht die hervorragend präsentierte Einzelteile, sondern das wieder zusammengesetzte Ganze: „Der Text wurde schließlich geschrieben, um Teil des Lebenselixiers einer Gemeinschaft zu sein.“ Die späteren Glaubensbekenntnisse, wie zum Beispiel das Nizänische Glaubensbekenntnis, waren historische Meilensteine der christlichen Gemeinschaft – auf Grundlage und zusammen mit den Evangelien. Sie dürfen kein Ersatz dafür sein und waren so auch nicht gedacht.
Betrachten wir zum Beispiel noch einmal das sogenannte Apostolische Glaubensbekenntnis oder Apostolikum (lateinisch Symbolum Apostolorum or Symbolum Apostolicum), wie man es lesen könnte und wie man es vielleicht besser lesen sollte.
Eine Art, wie man das Glaubensbekenntnis lesen kann
Im Folgenden verwende ich die deutsche ökumenische Fassung anstatt einer eigenen Übersetzung der englischen Version, die N.T. Wright im Buch verwendet
Ich glaube an Gott,
Apostolische Glaubensbekenntnis
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Hier sollten wir nicht sofort in eine Schöpfung-versus-Evolution Diskussion abgleiten. Doch möglicherweise geht man hier schnell weiter, ohne sich bewusst zu machen, welche bedeutende Aussage das ist: Die Welt ist kein düsterer Platz, der von niedrigeren Gottheit gemacht wurde, wie dies zum Beispiel Marcion und andere lehrten. Viele werden (zu) schnell zum nächsten Teil weitergehen …
Und an Jesus Christus,
Apostolische Glaubensbekenntnis
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
Viele Christen tun dies und pflegen so ihren stillen und unerkannten Marcionismus: Dass das Alte Testament nur eine Art Unterbrechung in der Geschichte ist zwischen Schöpfung und Jesus. N.T. Wright formuliert die Gedanken vieler so: „„Ja, Gott hat die Welt erschaffen, aber wir sind Sünder, und deshalb hat Gott Jesus gesandt, um uns von unseren Sünden zu erlösen.““
Aber das Wort Christus in ‚Jesus Christus‘ ist kein zweiter Vorname sondern der Titel: „Jesus, der jüdische Messias“. Und mit ‚unser Herr‘ ist nicht vage gemeint ‚den wir verehren und anrufen‘. Herr hat hier die Bedeutung eines echten Herrschers.
Der nächste Teil im Glaubensbekenntnis ist derjenige, den wir schon am Anfang der Serie angesprochen haben und der den größten Teil der Evangelien ignoriert:
empfangen durch den Heiligen Geist,
Apostolische Glaubensbekenntnis
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
Und warum? Interessanterweise werden hier viele an etwas denken, was erstaunlicherweise nicht in diese frühen Glaubensbekenntnissen hier steht: „Das Apostolische Glaubensbekenntnis erwähnt den Zweck des Todes nicht, ebenso wenig wie das Nizänische Glaubensbekenntnis – „der für uns Menschen und zu unserem Heil gestorben ist“ –, aber die meisten modernen Christen, die ein Glaubensbekenntnis haben, werden an dieser Stelle daran denken und zu Recht dankbar sein.“ Und man muss sich wie N.T. Wright diese Fragen stellen: „Aber werden sie die Menschwerdung so verstehen, dass Gott Mensch wird, um König zu werden? Werden sie das Kreuz als das Mittel verstehen, mit dem Gott sein Werk des fleischgewordenen Königreichs vollendete? Ziemlich sicher nicht.“
Tatsächlich kann ich N. T. Wright hier gut verstehen: „Tatsächlich habe ich manchmal Angst, dass die Menschen umso eifriger darauf bedacht sind, die offiziellen Lehren in diesem verkürzten Sinne zu bestätigen, um die Implikationen, dass Gott tatsächlich König auf Erden wie im Himmel ist, sorgfältig zu vermeiden. Es ist viel sicherer, einen Supermann Jesus zu haben, der in die Welt hinabsteigt, um uns von ihr zu befreien.“
Den nächsten Teil im Glaubensbekenntnis werden wohl auch die wenigsten verstehen und schnell übergeben:
hinabgestiegen in das Reich des Todes [lateinisch descendit ad inferos, oft als Hölle übersetzt],
Apostolische Glaubensbekenntnis
Warum sollte Jesus in die Hölle hinabsteigen? Oder in des Reich des Todes? ‚Hinabsteigen‘ ist ja eine aktive Tätigkeit, die sonst nur Lebende durchführen können, aber davor heißt es doch, er sei gestorben gewesen. Wie gut, dass gleich danach ein vertrauter schöner Gedanke kommt:
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
Apostolische Glaubensbekenntnis
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
Sind wir uns der symbolischen Bedeutung dieser Beschreibung bewusst? Oder bleibt nur der Eindruck, dass Jesus einfach weit weg ist? Aber dann kommt das, worauf viele Christen warten:
von dort wird er kommen,
Apostolische Glaubensbekenntnis
zu richten die Lebenden und die Toten.
„Gut, denken Christen, für die das Glaubensbekenntnis zentral ist. Das Jüngste Gericht mag eine beängstigende Aussicht sein, aber wir wissen, dass wir, da wir durch den Glauben gerechtfertigt sind, „keine Verdammnis“ zu fürchten brauchen, wie Paulus sagt (Römer 8,1).“ Und beutet das nicht, dass wir dann in den Himmel kommen? Da steht allerdings nicht da.
Damit könnte das Apostolische Glaubensbekenntnis doch aufhören, doch es tut es nicht:
Ich glaube an den Heiligen Geist,
Apostolische Glaubensbekenntnis
die heilige katholische (christliche/allgemeine)[11] Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten[12]
und das ewige Leben.
Amen.
Nun gilt es zum einen festzuhalten, dass das lateinische „sanctam Ecclesiam catholicam“ sich nicht auf die heutige Katholische Kirche bezieht. Sondern mit catholicam allgemein gemeint ist. Also eine ganz andere Aussage. Und was ist die „Gemeinschaft der Heiligen“? Und spätestens bei der „Auferstehung der Toten und das ewige Leben“ werden viele meinen, dass damit des ewige Leben im Himmel gemeint ist. Diesen Gedanken haben die Christen damals aber nicht in den Evangelien gefunden und auch nicht ins Apostolischen Glaubensbekenntnis hineingeschrieben.
Wir sehen, dass ein Glaubensbekenntnis vielleicht hilfreich sein kein, einige wesentlich Kernelemente des Glaubens im Sinn zu behalten. Aber ohne die Grundlage der Evangelien man gar nicht richtig weiß, was damit gemeint ist.
Eine andere Art, das Glaubensbekenntnis zu lesen
Gehen wir das Apostolische Glaubensbekenntnis also nochmal durch:
Ich glaube an Gott,
Apostolische Glaubensbekenntnis
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
„Hier wird der weise Anbeter den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs feiern, weil er weiß, dass dieses Bekenntnis zu ihm als „Vater“ auf die jüdischen Schriften zurückgeht und dass die Freude an ihm als Schöpfer von allem, Himmel und Erde, uns nicht nur auf eine Stufe mit dem Autor von Genesis 1 stellt, sondern auch mit so majestätischen Schriften wie Psalm 19 … Jesaja 40 … Psalm 96.“
Vielleicht denkst du jetzt: ‚Moment mal, Gott wird im Alten Testament doch nicht als Vater bezeichnet!‘ Tatsächlich nicht? Nehmen wir zum Beispiel 2. Mose 4::22-23 „Dann wirst du dem Pharao verkünden: ‚So spricht Jahwe: Israel ist mein erstgeborener Sohn. Und ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, dass er mir dient. …‘“ (NEÜ) Hier spricht er doch von der engen Beziehung wie zwischen Vater und Sohn, uns so haben es die Israeliten auch im Schma Israel nach 5. Mose 6:4-9 empfunden.
Und so wird die ganze Schöpfung – Himmel und Erde – ein Tempel für Gott werden, wie Paulus schrieb: „Er will dann, wenn die richtige Zeit dafür gekommen ist, seinen Plan ausführen und alles unter ‹das Haupt von› Christus bringen, alles, was im Himmel und auf der Erde existiert.“ (Epheser 1:10, NEÜ) Was uns gleich zum nächsten Punkte im Glaubensbekenntnis bringt.
Und an Jesus Christus,
Apostolische Glaubensbekenntnis
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
Wie schon gesagt, ist Christus in ‚Jesus Christus‘ ist kein zweiter Vorname sondern der Titel: „Jesus, der jüdische Messias“ Und mit ‚unser Herr‘ ist nicht vage gemeint ‚den wir verehren und anrufen‘. Herr hat hier die Bedeutung eines echten Herrschers. Was uns an Psalm 2 erinnern sollte. „Und ihn als „Herr“ zu bezeichnen, war im Kanon nie eine bloße Ehrenbezeichnung. Es war einer der regulären kaiserlichen Titel.“
empfangen durch den Heiligen Geist,
Apostolische Glaubensbekenntnis
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
Die Geburt Jesu war ein hoch politischer Moment, wie es auch Matthäus und Lukas so darstellen. Er ist es, der das Königreich des einen wahren Gottes etablieren wird.
Das Nizänische Glaubensbekenntnis fügt hier hinzu: „Für uns Menschen, und unsere Rettung“. Aber das legt einen Schwerpunkt auf etwas ganz anderes, als das, was davor über das Königreich Gottes gesagt wurde. N.T. Wright schreibt dazu: „Ja, in der Tat, aber diese „Rettung“ ist nicht eine Rettung von der Erde, von Gottes Schöpfung, sondern in und für die Erde und für uns als Geschöpfe der Erde.“
hinabgestiegen in das Reich des Todes [lateinisch descendit ad inferos, oft als Hölle übersetzt],
Apostolische Glaubensbekenntnis
Wo kommt eigentlich dieser eine Gedanke her, dass Jesus nach seiner Hinrichtung und vor der Auferstehung, in das „Reich des Todes“ oder die „Hölle“, wie oft übersetzt wurde, hinabgestiegen ist? Es gibt nur einen Bibelvers dazu: „So ist er auch zu den Geistern im Gefängnis hinabgefahren und hat ihnen die Botschaft verkündigt,“ (1. Petrus 3:19 Züricher) Warum ist das so wichtig, dass es im Glaubensbekenntnis steht? Vielleicht hilft uns auch hier N.T. Wrights Erklärung: „Es ist vor allem eine Aussage Jesu, der den „Geistern im Gefängnis“ verkündet, dass Gott durch seinen Tod den endgültigen Sieg errungen hat.“
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
Apostolische Glaubensbekenntnis
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
Die volle Bedeutung dieser Passage fasst N.T. Wright wie folgt zusammen: „Wenn Jesus derjenige ist, der das Schicksal Israels trägt, und wenn Israel das Volk ist, das die ultimativen Absichten Gottes trägt, seine Gerechtigkeit und neue Schöpfung zur Welt zu bringen, dann ist die Auferstehung Jesu der Startschuss für die neue Welt, in der diese Gerechtigkeit und neue Schöpfung endlich angekommen sind, auf der Erde wie im Himmel. „Manche Menschen, die hier stehen“, sagte Jesus, “werden den Tod nicht erleben, bevor sie sehen, dass Gottes Reich in Kraft tritt.“ Ja, und das haben sie jetzt. Und die Himmelfahrt ist dann, wie Lukas sicherlich beabsichtigt und Johannes und Matthäus andeuten, kein „Weggehen“ Jesu in dem Sinne, dass er aus den Augen und aus dem Sinn ist. Der Himmel ist im biblischen Denken schließlich der „Kontrollraum“ für die Erde. Dass Jesus jetzt „zur Rechten Gottes“ ist, bedeutet, dass ihm die volle Autorität über Himmel und Erde übertragen wurde, wie Jesus bei Matthäus ausdrücklich sagt. Jede Zeile in diesem Abschnitt des Glaubensbekenntnisses spricht also kraftvoll über das Königreich Gottes.“
von dort wird er kommen,
Apostolische Glaubensbekenntnis
zu richten die Lebenden und die Toten.
Das Nizänische Glaubensbekenntnis fügt hier hinzu: „uns sein Königreich wird nie enden“. „Das Reich (das Jesus in seiner öffentlichen Karriere eingeführt und durch seinen Tod und seine Auferstehung errichtet hat) wird niemals enden.“
Ich glaube an den Heiligen Geist,
Apostolische Glaubensbekenntnis
die heilige katholische (christliche/allgemeine)[11] Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten[12]
und das ewige Leben.
Amen.
Mit den Gedanken zum Königreich Gottes im Sinn erkennt man besser, warum der heilige Geist gegeben wurde: Es gibt klar einen missionarischen Auftrag, der durch den heiligen Geist ermöglicht wird. (Johannes 20:19-24) Es geht nicht primär darum, dass sich Gottes erlöstes Volk durch seine Präsenz und Liebe wohl fühlt, sondern was wir daraus machen. Die „heilige katholische Kirche“ ist nicht die Institution, in der wir uns niederlassen und sicher fühlen können. Es ist die weltweite Gemeinschaft, welche aus ihrem Missionsauftrag heraus besteht. Es geht darum, dass wir mit diesen ‚Königreichs Leuten‘ aller Zeiten eine Gemeinschaft bilden und uns solidarisch fühlen.
Und schließlich endet das Glaubensbekenntnis mit einer wirklich bewegenden Aussage.
Und so kommen wir schließlich zu der „Auferstehung des Leibes und dem ewigen Leben“. Hier müssen wir um die bekannten Worte die große neutestamentliche Hoffnung „festmachen“: „das Leben des kommenden Zeitalters“, das „kommende Zeitalter“, in dem die ganze Schöpfung verwandelt wird, um die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes zu teilen. Und in dieser neuen Schöpfung, dem Zusammenkommen von Himmel und Erde, von dem Paulus sprach (Eph. 1:10), wird Gottes Volk ein neuer Körper versprochen. Ich habe darüber schon an anderer Stelle geschrieben, aber es lohnt sich vielleicht, es noch einmal zu wiederholen. Wenn du zu Jesus, dem Messias, gehörst, wenn sein Geist in dir wohnt, wenn du ein Anbeter des einen wahren Gottes, des Schöpfers des Himmels und der Erde, bist – dann bist du, egal wie du dich im Moment fühlst, ob du krank oder gesund bist, ob du handzahm oder müde bist, nur ein Schatten deines zukünftigen Selbst. Gott hat vor, das „Du“, das du im Moment bist, in ein Wesen zu verwandeln – ein volles, herrliches, körperliches Wesen – das viel mehr „Du“ sein wird, als du es je zuvor warst.
N.T. Wright
Zusammenfassung
An dieser Stelle möchte ich N.T. Wright selbst seine Gedanken zusammenfassen lassen:
Ich verstehe die Frustration derjenigen, die jetzt sagen, dass wir sozusagen mit den Glaubensbekenntnissen beginnen sollten, damit wir die Bibel wenigstens auf eine „gläubige“ Weise lesen können. Aber wenn wir mit den Glaubensbekenntnissen beginnen, so wie unser westliches Christentum sie heute mehr oder weniger lesen muss, werden wir die Evangelien und damit den ganzen Kanon nicht verstehen. Wenn wir jedoch mit den Evangelien beginnen, die das Herz und den Mittelpunkt des gesamten christlichen Kanons bilden, und wenn wir sie so verstehen, dass sie die Story erzählen, wie Gott, der Schöpfergott, Israels Gott, in und durch Jesus zum König der ganzen Welt wurde, dann können wir zu den Glaubensbekenntnissen zurückkehren und sie in einem ganz anderen Geist sprechen. Wenn wir die Tradition an die erste Stelle setzen, wird die Heilige Schrift mundtot gemacht und verblasst. Stelle die Schrift an die erste Stelle, und die Tradition wird zu neuem Leben erwachen. Noch besser ist es, wie Jesus selbst sagte, Gottes Königreich an die erste Stelle zu setzen – an die erste Stelle die Offenbarung, dass dies die Story ist, wie Gott König wurde, wie uns die Evangelien eifrig erzählen! – und all das wird euch hinzugefügt werden.
N.T. Wright
In diesem Buch geht es um eine neue Realität, die neue Realität Jesu und die Einführung des Königreiches Gottes. Die neue Realität einer Story, die so explosiv ist (im Gegensatz zu der verworrenen, trüben „Selbsthilfe“-Welt der nicht-kanonischen Evangelien!), dass die Kirche in vielen Generationen damit überfordert war und sie verwässert, in kleine Teile zerlegt und in kleine Lektionen verwandelt hat, anstatt ihre volle Wirkung zu entfalten. Ein Teil der Tragödie der modernen Kirche besteht meiner Meinung nach darin, dass die „Orthodoxen“ das Glaubensbekenntnis dem Königreich Gottes vorgezogen haben und die „Unorthodoxen“ versucht haben, ein Königreich Gottes ohne Glaubensbekenntnis zu erlangen. Es ist an der Zeit, wieder zusammenzufügen, was niemals hätte getrennt werden dürfen. In Jesus ist der lebendige Gott zum König der ganzen Welt geworden. Diese Bücher erzählen nicht nur die Story, wie das passiert ist. Sie sind das zentrale Mittel, mit dem diejenigen, die sie lesen und beten, dazu beitragen können, dieses Reich in der Welt von morgen Wirklichkeit werden zu lassen. Wir haben die Evangelien viel zu lange missverstanden. Es ist an der Zeit, in der Kraft und Freude des Heiligen Geistes wieder auf den richtigen Weg zu kommen.
N.T. Wright


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