Warum eine obsessive Beschäftigung mit Eschatologie Zeitverschwendung ist: Fazit

Von Christian


Ich kann mir gut vorstellen, dass der eine oder andere zwischendurch dachte: „Hoffentlich ist diese verwirrende Serie bald zu Ende.“ Falls du trotzdem bis hierher durchgehalten hast, freut mich das ganz besonders. Alle anderen sind aber natürlich auch herzlich willkommen 🤗. Jetzt kommt keine Zusammenfassung („oh nein, bitte nicht nochmal das Ganze …“), sondern ein Fazit.

Es ging um Eschatologie …

Eschatologie ([ɛsça-], aus altgriechisch τὰ ἔσχατα ta és-chata ‚die äußersten Dinge‘, ‚die letzten Dinge‘ und λόγος lógos ‚Lehre‘) ist ein theologischer Begriff, der das religiöse Konzept des Endzeitlichen, insbesondere die prophetische Lehre von den Hoffnungen auf Vollendung des Einzelnen (individuelle Eschatologie) und der gesamten Schöpfung (universale Eschatologie) beschreibt.

Kurz gesagt geht es um die ‚Endzeit‘. Und das ist etwas, worüber man sich schon Gedanken machen kann – oder vielleicht sogar machen sollte? Was sagt denn die Bibel dazu?

Nun, wohl nichts so Offensichtliches wie ein Datum, sonst wäre es ja allen klar. Aber vielleicht müssen wir nur die verschlüsselten Begriffe im Bibelbuch Daniel, dem Neuen Testament und insbesondere der Offenbarung verstehen und kombinieren, um dieses Geheimnis zu lüften? Es soll sogar Zeichen geben, die wir nur entschlüsseln müssten. Und viele geben vor, dies tun zu können! Bei der Übersetzung des Buches „Die Zeiten der Heiden neu überdacht“ war ich über die lange Liste der vorhergesagten Daten der Endzeit gelinde gesagt schockiert: Alleine von der Reformation bis heute führt er Dutzende von Vorhersagen und Jahren an.

Wie man sich dabei völlig verrennen kann und trotzdem weiter verbissen an einer Auslegung festhält, auch wenn sich die Vorhersagen nicht erfüllt haben, erkennt man gut an der adventistischen Religion der Zeugen Jehovas. Am Beispiel deren Lehre „der Generation von 1914“ habe ich die zeitliche Reihenfolge der Vorhersagen und ihres Scheiterns in meinem Beitrag „Die Generation …“ aufgezeigt.

Der kürzlich verstorbene M. James Penton hatte dies schon vor vielen Jahren in einem Buch aufgearbeitet: „Endzeit ohne Ende“:

M. James Penton "Endzeit ohne Ende"
M. James Penton „Endzeit ohne Ende“

Die zentrale Schlussfolgerung ist daher:

Was leider oft bei den Lehren zur Eschatologie übersehen wird, ist, welche entscheidende Rolle die eigenen Annahmen und Interpretationen spielen.

Wir können nicht mit Gewissheit und ohne eigene Annahmen genau eine Eschatologie aus der Bibel ableiten.

Deswegen gibt es ja auch die verschiedenen Strömungen, von denen einige oder viele mehr oder weniger eintreffen können:

https://de.wikipedia.org/wiki/Millenarismus

Letztendlich basieren alle diese Auslegungen auf relativ wenigen und kurzen Passagen vor allem im Neuen Testament. Manche Idee beruht nur auf wenigen oder gar nur einem Vers.

Wenn im Neuen Testament so wenig und wenig Eindeutiges zu finden ist, dann ist das wohl kaum die Kernbotschaft dieses Textes. Sollte unser Fokus nicht vielmehr auf dem Evangelium, dessen Bedeutung und der Umsetzung in unserem Leben liegen?

Wer sich zu sehr auf ‚das Ende‘ konzentriert, verliert den Fokus auf das eigene Leben in der Zeit davor – auf das jetzt und heute.

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