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2. Korinther 4:16 ‚Lass nicht nach!‘ oder geht es darum, nicht den Mut zu verlieren?

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(@philalithis)
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‚Nicht nachlassen!‘ Gerade ältere Zeugen Jehovas werden das schon öfters gehört haben. Und das steht doch auch in der Bibel, oder?

„Darum lassen wir nicht nach, sondern wenn auch der Mensch, der wir äußerlich sind, verfällt, wird gewiß der Mensch, der wir innerlich sind, von Tag zu Tag erneuert.“ (NWÜ)

Im Wachtturm vom 2014 15.3. S. 12 wird gleich im ersten Absatz klar gemacht, worum es geht:

„Jehova versichert uns seine Liebe und hilft uns, im Dienst für ihn durchzuhalten (Jer. 31:3; 2. Kor. 4:16).“ (w14 15.3. S.12 Abs.1)

The Kingdom Interlinear Translation of the Greek Scriptures hilft hier nicht, weil dort steht: „Daher benehmen wir uns nicht schlecht …“

Mit Veröffentlichung der revidierten Neue-Welt-Übersetzung gab es aber ‚neues Licht‘:

„Deshalb geben wir nicht auf. Selbst wenn wir äußerlich verfallen, werden wir doch innerlich von Tag zu Tag erneuert.“ (2. Kor. 4:16 NWÜ 2018)

Nun, da das Ende schon so oft angekündigt und dann wieder hinausgeschoben wurde (siehe diese Artikel zur Generation und 1975), ist durchhalten die Parole. Und prompt gab es einen Wachtturm dazu mit dem Thema Wir geben nicht auf! und Leittext „Deshalb geben wir nicht auf“ (2. KOR. 4:16): 

„Paulus war entschlossen, nicht aufzugeben (2. Kor. 4:16).“ (Abs. 3)

„Lassen wir uns im Wettlauf um das ewige Leben nicht ablenken und konzentrieren wir uns voll auf das Ziel“ (Bild zu Absatz 7)

„Unerfüllte Erwartungen … Wenn sich Erwartungen nicht erfüllen, kann das die Begeisterung dämpfen oder einem sogar den Mut nehmen (Spr. 13:12). Das geschah Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals glaubten viele gesalbte Christen, sie würden 1914 ihren Lohn im Himmel bekommen.“ (Abs. 9)

„Nachlassende Kräfte … Es gibt viele, deren Kräfte nachgelassen haben, die jedoch weiter fest entschlossen sind, Jehova ihr Bestes zu geben (2. Kor. 4:16).“ (Abs. 11)

(w19 August S. 2 Wir geben nicht auf! Fettdruck im Artikel)

Auch wenn im Absatz 11 nochmal das ‚alte Licht‘ durchschimmert, ‚fest entschlossen zu sein, Jehova ihr Bestes zu geben‘, ist die neue Ausrichtung klar. Es ist allerdings anzumerken, dass im Artikel nicht erwähnt wird, warum denn 1914 es so viele unerfüllte Erwartungen gab. Es könnte ja an den Büchern und dem Wachtturm von J.T. Russel gelegen haben. Wie 1925 (J.F. Rutherford) und 1975 (F. Franz).

Aber ist das nun wirklich der Gedanke, der im Urtext steht?

„Deshalb ermatten wir nicht[14], sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.“ [14] o. werden wir nicht mutlos (Elberfelder)

„Darum verzagen wir nicht: Wenn auch unser äusserer Mensch verbraucht wird, so wird doch unser innerer Mensch Tag für Tag erneuert.“ (Züricher)

„Deshalb verlieren wir nicht den Mut. Denn wenn wir auch äußerlich aufgerieben werden, so werden wir doch innerlich jeden Tag erneuert.“ (Neue Evangelistische Übersetzung)

Strong’s gibt zu ἐγκακοῦμεν (enkakoumen) an: „Schwach sein, müde sein. Von ek und kakos; schwach sein, d.h. versagen.“

Und das passt auch zu 2. Korinther 4:1 „Deshalb lassen wir uns in diesem Dienst, den wir durch die Barmherzigkeit Gottes empfangen haben, nicht entmutigen.“ (Neue Evangelistische Übersetzung)

Und dabei können sich alle Christen gegenseitig in Liebe helfen, nicht den Mut zu verlieren.

 



   
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