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2. Mose 34:14 Ist Gott eifersüchtig? Oder verlangt er ausschließliche Ergebenheit?

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(@philalithis)
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Die revidierte Neue-Welt-Übersetzung von 2018 gibt 2. Mose 34:14 so wieder:

„Verbeuge dich nicht vor einem anderen Gott, denn Jehova ist dafür bekannt, dass er ausschließliche Ergebenheit verlangt*1 – ja er ist ein Gott, der verlangt, dass man nur ihm allein ergeben ist*2“ (NWÜ 2018)
*1 Oder „keine Rivalen duldet“.
*2 Wtl. „denn Jehova, Eifernder (Eifersüchtiger) ist sein Name, er ist ein eifernder Gott“. 

Die zweite Fußnote zeigt schon, dass hier der Text erheblich verändert wurde. Vor der Revision lautete die Wiedergabe so:

„Denn du sollst dich nicht vor einem anderen Gott niederwerfen, denn Jehova, dessen Name EIFERER ist*1, er ist ein eifernder Gott;*1“ (NWÜ)
*1 Wtl.: „Eifernder (Eifersüchtiger) [ist] sein Name“. Hebr.: Qannáʼ schemṓ.
*2 „Ein eifernder Gott“. Od.: „ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert“. Hebr.: ʼEl qannáʼ; gr.: theós zēlōtḗs.Siehe 20:5, Fn. („fordert“).

Die neue Übersetzung ist also recht weit vom wörtlichen Text und gibt eine Interpretation wieder.

Andere deutsche Übersetzungen lauten so:

„Du darfst dich vor keinem anderen Gott anbetend niederwerfen, denn Jahwe ist ein eifersüchtiger Gott und heißt auch ‚der Eifersüchtige‚!“ (Neue Evangelistische Übersetzung)

Ist Gott jetzt nun ein Eifernder, ein Eifersüchtiger, oder jemand der ausschließliche Ergebenheit verlangt?

Der Kommentar in der 2011 Translation ist hier hilfreich:

„You must not worship other gods, because Jehovah, which is a zealous Name, is a zealous God.“

Du sollst keine anderen Götter anbeten, denn Jehova, was ein eifriger Name ist, ist ein eifriger Gott.

In Psalm 37:8 lesen wir unter anderem:

„Lass dich nicht von Eifersucht zu bösen Taten verleiten.“

Beachte jedoch, dass das griechische Wort, das wir hier mit Eifersucht übersetzen, zelos ist, was dasselbe Wort ist, das im Englischen als zealously geschrieben wird. Das weist darauf hin, dass beide englischen Wörter (zealous und jealous) von demselben griechischen Wortstamm abstammen und in der Bibel dieselbe Bedeutung haben.

Im Englischen haben diese beiden Wörter natürlich sehr unterschiedliche Bedeutungen. Eifer wird normalerweise als etwas Gutes angesehen, etwas, das alle Christen haben sollten (wie Eifer für Gott und Gerechtigkeit). Eifersucht hingegen wird als etwas Schlechtes angesehen (z. B. Dinge zu wollen, die einem anderen gehören).

Beachte, dass Gott in der Bibel als eifersüchtig auf seinen Namen oder seine Stellung als Gott bezeichnet wird. Eifersucht ist also nicht immer etwas Schlechtes, wenn wir verstehen, dass sie dasselbe bedeuten kann wie Eifer.

Wir können also in gerechter Weise Eifer für Dinge haben, die uns gehören und auf die wir stolz sind, oder in ungerechter Weise Eifer (Eifersucht) für Dinge, die anderen gehören. Das gleiche griechische Wort (zelos) kann also an einer Stelle mit Eifer und an einer anderen mit Eifersucht übersetzt werden, je nach Kontext.

Ist es also richtig, dass ein Mann auf seine Frau eifersüchtig ist oder dass eine Frau auf ihren Mann eifersüchtig ist? Nein, sie sollten nie eifersüchtig aufeinander sein, sondern eher füreinander.
Sie sollten nicht wollen, was der andere hat, sondern sie sollten füreinander brennen, weil sie zueinander gehören.

Wenn also einer die Liebe des anderen nicht verlieren will, ist das Eifer.

Wenn sich eine Person jedoch grundlos über die Handlungen des anderen aufregt, ist das böser Argwohn und keine Eifersucht.

Insofern scheint die Wiedergabe in der Neue-Welt-Übersetzung von 1986 gar nichts so schlecht gewesen zu sein. Warum dann also die Änderung?

Im Wachtturm 2018 Juli S.22ff steht: „Genauso freut sich Jehova, wenn wir ihm ausschließlich ergeben sein wollen (2. Mo. 34:14).“ Und in dem Artikel geht es um Hingabe, sich im Verhalten von der Welt zu unterscheiden als sein Volk. Im Wachtturm 2018 Februar S. 8ff finden wir in Bezug auf den Propheten Daniel: „Andererseits erwartete er von ihnen ausschließliche Ergebenheit (2. Mo. 34:14).“ Und im Wachtturm 2019 Oktober S. 26ff: „ Sind wir ausschließlich Jehova ergeben, beten wir nur ihn allein an. Wir lassen nichts und niemand seinen Platz in unserem Herzen einnehmen. (Lies 2. Mose 34:14.)“ Wenn man liest, was in Verbindung mit diesem Text in den Artikeln alles behandelt wird, ergibt sich allerdings das Bild der ‚ausschließlichen Ergebenheit‘ gegen über der ‚irdischen Organisation‘, also der Leitenden Körperschaft.



   
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