Von Christian
Vor einiger Zeit hatte ich ein Video veröffentlicht: „In Geist und Wahrheit anbeten“ – Was bedeutet das? In einem Kommentar dazu wurde gesagt, dass das ja alles schön und gut wäre, aber was bitte schön bedeutet der Text nun konkret? Tatsächlich habe ich in diesem Video mehr erklärt, was es nicht bedeuten kann und bin dann zu anderen Texten übergangen. Und nun? Was ist denn die konkrete Aussage in Johannes 4:24? Wenn du eine schnelle Antwort von jemand anderem haben willst, anstatt das selbst herauszufinden, dann schau in einen Kommentar!
Biblische Kommentare
Ich zitiere einmal drei Kommentare stellvertretend:
Das Wort »Geist« bezieht sich nicht auf den Heiligen Geist, sondern auf den menschlichen Geist. Jesus meint hier, dass die Anbetung einer Person nicht einfach äußeren religiösen Ritualen entsprechen oder sich auf bestimmte Orte beschränken darf, sonder mit der richtigen Herzenshaltung von innen (»im Geist«) kommen muss. Das Wort »Wahrheit« bezieht sich auf die Anbetung Gottes in Übereinstimmung mit seinem geoffenbarten Wort und konzentriert sich auf das fleischgewordene Wort, welches schließlich den Vater offenbarte (14,6).
John MacArthur, Fußnote zu Johannes 4,24 Schlachter 2000
Und die Schlussfolgerung, die sich daraus logisch ziehen lässt, ist, dass Jesus in Johannes 4 der Frau sagte, dass die Grundlage für die Anbetung Gottes eine persönliche Beziehung zu ihm und das Studium seines Wortes sein muss.
Kommentar zu Johannes 4,24 in der 2001 Translation.
Im Geist und in der Wahrheit – Die Verbindung zwischen der menschlichen Natur und dem Göttlichen liegt im menschlichen Geist, der der Tempel des Heiligen Geistes ist (1. Korinther 6:19). Jede wahre Annäherung an Gott muss daher im Geiste erfolgen. (Vergl. Römer 1:9 und Epheser 6:18.) Ort, Zeit, Worte, Körperhaltung, Klänge und alle äußeren Dinge sind nur insofern wichtig, als sie dabei helfen, sich von der sinnlichen Welt zu lösen und den Geist nach innen zu erheben. In dem Moment, in dem sie ablenken, behindern sie die wahre Anbetung. Über Rituale kann nicht diskutiert werden, ohne das Risiko eines spirituellen Verlusts einzugehen. Die Worte „in Wahrheit“, die bereits davor in ‚wahre Anbeter‘ zum Ausdruck gebracht und im folgenden Vers wiederholt werden, sind mehr als „wirklich“. Aufrichtigkeit ist kein Kriterium für eine akzeptable Anbetung, aber sie ist eine Voraussetzung. Fanatiker glauben aufrichtig, dass sie Gott dienen. Anbetung, die „in Wahrheit“ geschieht, steht im Einklang mit der Natur des Gottes, den wir anbeten. An Gott zu denken, wenn wir seine Wahrheit hören, die Seele durch Lobeshymnen zu entzünden, die früheren Teile der Kollekten und Gebete zu erkennen, die seine Eigenschaften zum Ausdruck bringen, sind notwendig für die Wahrheit der Bitten, Danksagungen und Anbetungen der Anbetung. Das Mustergebet des Christentums bringt die Vaterschaft Gottes in seinen ersten Worten dem Herzen nahe.
Ellicott’s Commentary for English Readers, Johannes 4:23
Wenn du mit einem dieser Kommentare oder einer anderen Auslegungen zufrieden bist, dann danke ich dir für das Lesen, Zuhören oder Zusehen bis hierher. Vielleicht fragst du dich aber auch, woher denn diese Erklärungen kommen. Gut, dann machen wir gemeinsam weiter.
Wir machen das in der üblichen Reihenfolge: Zuerst der Text in der Ursprache, dann der Kontext dieses Verses, dann der erweiterte Kontext im Neuen Testament, und dann der historische Kontext.
Der Text in der Ursprache
Fangen wir mit dem Text selbst an:
Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.
Johannes 4:23, 24 Elberfelder
Zur Erinnerung zeige ich auch nochmal den Text in einer Interlinear-Übersetzung:


Was erkennen wir? In Johannes 4:23, 24 steht kein bestimmter Artikel. Es geht also nicht um ‚den‘ Geist oder ‚die‘ Wahrheit.
Was können wir aus Wörterbüchern über die Bedeutung erfahren?
„Geist“
Am Anfang steht: „Geist der Gott ist“ und es wird das selbe Wort Πνεῦμα (Pneuma) verwendet wie im Teil „Geist und Wahrheit“. HELPS Word Studies sagt: „4151 pneúma – wörtlich: Geist (Spirit), Wind oder Atem. Die häufigste Bedeutung (Übersetzung) von 4151 (pneúma) im NT ist „Geist“. Nur der Kontext bestimmt, welche Bedeutung(en) gemeint sind.“
Wenn wir all die Verwendungen des Wortes im Neuen Testament, der Septuaginta und anderen antiken Schriften anschauen würden, kämen wir zu dem, was wir in einem guten Lexikon finden. Der Begriff pneúma hilft uns also nicht sehr viel weiter, weil die Bedeutungen sehr umfassend und unterschiedlich sind.
Dass der ‚heilige Geist‘ gemeint ist, kann man allerdings ausschließen, weil Jesus in Vers 23 sagt, dass die Zeit sogar schon angefangen hat, in der die wahren Anbeter Gott ‚in Geist und Wahrheit‘ anbeten. Der heilige Geist wurde aber erst viel später zu Pfingsten 33 ausgegossen. Und Vers 24 beginnt mit „Geist der Gott ist“. Wieder pneúma. Also entweder ist dann Gott der Heilige Geist oder schon in diesem Vers hätte pneúma zwei verschiedene Bedeutungen.
Was mit pneúma in diesem Vers konkret gemeint ist, können wir also noch nicht sagen, außer dass der Heilige Geist vermutlich keine Option ist.
„Wahrheit“
Das mit ‚Wahrheit‘ wiedergegebene griechische Wort ἀληθείᾳ (alētheia) bedeutet laut Strong’s „Wahrheit, aber nicht nur die Wahrheit, wie sie gesprochen wird; Wahrheit der Idee, Realität, Aufrichtigkeit, Wahrheit im moralischen Bereich, göttliche Wahrheit, die dem Menschen offenbart wurde, Geradlinigkeit.“ HELPS Word-studies sagt: „225 alḗtheia (von 227 /alēthḗs, „faktengetreu“) – richtig, Wahrheit (faktengetreu), Wirklichkeit. [In der griechischen Kultur der Antike war 225 (alḗtheia) ein Synonym für „Realität“, das Gegenteil von Illusion, d.h. Tatsache.]“
Es geht hier also nicht um ‚Wahrheit‘ im Sinne von religiösen Lehren und Dogmen.
Wenn wir all die Verwendungen des Wortes im Neuen Testament, der Septuaginta und anderen antiken Schriften anschauen würden, kämen wir wieder zu dem, was wir in einem guten Lexikon finden. Aber auch dieses Wort hat eine reichhaltige Bedeutung und hilft uns alleine nicht, um die Bedeutung des Verses zu verstehen.
Wenn also schon die beiden Worte für „Geist“ und „Wahrheit“ uns nicht weiterhelfen, vielleicht dann das dritte Wort „Anbetung“? Oder die Kombination dieser drei?
„Anbetung“
Im Text steht hier προσκυνεῖν (proskynein) und προσκυνοῦντας (proskynountas), welche vom Wort προσκυνέω (proskuneó) kommt. Laut Strong’s Wörterbuch ist die Definition: Ehrerbietung erweisen und die Verwendung: Ich gehe auf die Knie, um dir zu huldigen, dich anzubeten. HELPS Word-studies sagt:
4352 proskynéō (von 4314 /prós, „in Richtung von“ und kyneo, „küssen“) – eigentlich: den Boden küssen, wenn man sich vor einem Höhergestellten niederwirft; anbeten, bereit sein, „niederzufallen/sich niederzuwerfen, um auf den Knien anzubeten“ (DNTT); „Ehrerbietung erweisen“ (BAGD).
HELPS Word-studies
Im Deutschen könnte uns das Wort „Anbetung“ auf einen falschen Gedanken bringen, weil wir vielleicht das Wort „beten“ heraushören. Aber das ist nicht seine Bedeutung im Griechischen der Antike.
Jetzt haben wir also die Verbindung von „Geist“ und „Wahrheit“ mit dem Gedanken von „Ehrerbietung erweisen“ oder sich vor einem Höhergestellten niederzuwerfen. Passt das zusammen? Damit sind wir beim wichtigen Kontext des Verses.
Der Kontext des Verses
Was ist der Kontext dieser Aussage Jesu? Es war eine konkrete Frage einer Frau aus Samaria:
Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse.
Johannes 4:19,20 Elberfelder
In der Frage geht es also um die formale „Anbetung“, also προσκυνέω (proskuneó). Und welche der beiden Genannten richtig ist. Erinnern wir uns an die Bedeutung von „Wahrheit“ ἀληθείᾳ (alētheia): Was richtig ist, Wahrheit im Gegensatz zu Illusion. Und sie fragt, wo der richtige Ort dieser formalen Anbetung sei: Jerusalem oder dieser Berg in Samaria. Also ein physischer Ort im Gesatz zu Πνεῦμα (Pneuma).
Wenn wir uns bewusst machen, worum es in der Frage ging, verstehen wir auch die Bedeutung der Antwort Jesu, weil er ihr zu ihrer Überraschung sagt, dass weder das eine noch das andere ab diesem Zeitpunkt richtig und wahr wäre, sondern etwas anderes. Aber das können wir erst klären, wenn wir den historischen Kontext betrachten.
Der erweiterte Kontext im Neuen Testament
Gibt es im Neuen Testament noch irgendeinen Text, der auch den Gedanken enthält, ‚in Geist und Wahrheit anzubeten‘? Nein!
Selbst im Johannes Evangelium finden wir keine weitere Erklärung Jesu zu seiner Aussage dazu. Nur das, was wir in Johannes 4:23,24 lesen. Wenn wir also im Bericht keine detailiertere Erklärung von Jesus finden, was er bei Gleichnissen ja manchmal getan hat, dann ist es doch nicht selbstverständlich, dass wir ein solche finden werden, oder?
Jetzt gibt es aber doch in vielen Bibelübersetzungen Querverweise. Die gab es im Urtext natürlich nicht. Deswegen sind diese immer mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten, weil dort auf andere Bibelverse hingewiesen wird, die etwas mit dem gerade gelesenen zu tun haben könnten – aber sind es alle relevanten Texte? Wenn wir alle Verwendungen eines Wortes uns anschauen, dann erhalten wir ein komplettes Bild. Ich führe hier eimal die Texte an, die in verschiedenen Übersetzungen angeführt werden. Dann kannst du dir selbst ein Bild machen: Philipper 3:3, Römer 7:6, Johannes 17:17, 2. Samuel 7:28, Psalm 119:160, Epheser 1:13, 6:17
Doch nirgends wird unser Texte Johannes 4:23,24 zitiert oder kommentiert. Es gibt also keinen direkten Bezug im Neuen Testament. Also hilft uns das erst weiter, wenn wir die Bedeutung verstanden haben. Die Texte erweitern dann unsere Auslegung.
Gehen wir also zum historischen Kontext über.
Der historische Kontext
Wieso kam die Frau überhaupt auf diese Frage? Hatte Jahwe denn im mosaischen Gesetzt nicht gesagt, dass man ihn im Tempel in Jerusalem anbeten muss? Nein!
Ihr sollt nur die Stätte aufsuchen, die Jahwe, euer Gott, aus euren Stämmen zu seiner Wohnung auswählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen. Dorthin sollt ihr kommen. Und dorthin sollt ihr eure Brand- und Schlachtopfer bringen, eure Zehnten, eure Hebopfer und das, was ihr gelobt habt und was ihr freiwillig gebt, und die Erstgeburten von euren Rindern, Schafen und Ziegen.
5. Mose 12:5,6 NEÜ
Ganz ähnlich wird das auch in 5. Mose 18:6, 26:2, 31:11 und anderen Stellen formuliert. Jahwe hatte die Bundeslade, das „Zelt der Begegnung“, und die Opfer wurden dort als Teil der Anbetung dargebracht. Erst König David kam auf die Idee, für Jahwe ein Haus zu bauen, den sein Sohn Salomo als Tempel in Jerusalem dann baute. Das akzeptierte Jahwe: „Als nun Salomo das Haus Jahwes und das Haus für den König vollendet hatte und alles gut gelungen war, was er sich vorgenommen hatte, erschien ihm Jahwe in der Nacht und sagte zu ihm: „Ich habe dein Gebet erhört und dieses Haus als Opferstätte angenommen.““ (2. Chronik 7:12) Aber oft konnte man durch Abtrünnigkeit dort gar nicht anbeten. Oder weil die Juden im babylonischen Exil waren und der Tempel zerstört war. Oder weil der zweite Tempel entweiht wurde (siehe Makkabäer Aufstand). Und zur Zeit Jesu war es auch nicht gut um den Tempeldienst bestellt.
Gemäß dem Alten Testament wurde nach Salomo das Köngreich in den südlichen Teil um Juda und die restlichen 10 Stämme im Norden aufgeteilt. Der neue König wollte natürlich nicht, dass seine Untertanen zur Anbetung Jahwes jedes Jahr nach Jerusalem in das verfeindete Reich gehen. (1. Könige 12:25-30) Daher wurden zuerst zwei neue Anbetungsstätten in Bethel und Dan als Ersatz für den Tempel in Jerusaelm errichtet. Ein weiteres ihrer Heiligtümer war schließlich auf dem Berg Garizim, welche schließlich als eigentlich von Jahwe gewünschter Ort interpretiert wurde (wegen 5. Mose 11 und 27 und Josua 8). Außerdem wurden Teile des Pentateuch geändert und man sah sich als die wahren Anbeter Jahwes und Bewahrer seines Heiligtums an. Und man wartete auch auf den Messias.
Und was war nun richtig, wahr, Realtität und keine Illusion? Das war die Frage der Frau!
Und das war der wirkliche Kontext der Antwort Jesu. Jesus sprach nicht zu den Aposteln, den Jüngern und erst recht nicht zu uns! Er sprach ganz konkret zu einer samaritanischen Frau, welche vor 2000 Jahren eine ganz konkrete Frage an Jesus stellte. Und genau darauf antwortete Jesus. Dass wir das heute lesen können, ist schön, aber zweitrangig.
Und daher wir der direkt nächste Vers uns auch nicht mehr überraschen:
„Ich weiß, dass der Messias kommt, der auch Christus genannt wird“, sagte die Frau darauf. „Und wenn er kommt, wird er uns all diese Dinge erklären.“ Da sagte Jesus zu ihr: „Du sprichst mit ihm. Ich bin’s.“
Johannes 4:25, 26
Ganz gleich, ob es diese samaritische Frau am Brunnen von Sychar nun historisch gab oder nicht und ob sie das wortwörtlich so gesagbt haben: Das ist in Johannes sehr gut formuliert. Beide religiöse Gruppen hatten eine formale Anbetung, mit physischen religiösen Handlungen, an bestimmten heiligen Orten, beide warteten auf den Messias und beide gingen davon aus, dass ihre Vorstellung keine Phantasie oder Einbildung ist, sondern echt und richtig ist – also Wahrheit.
Und dann kommt Jesus und sagt: All diese physischen formalen Anbetungsformungen sind Vergangenheit! Es geht um etwas ‚Geistiges‘. Und beide gegensätzlichen Darstellungen können ja nicht beide gleich wahr sein. Aber jetzt wird die richtige, wahre Anbetungsform schon verkündet und praktiziert. Und ganz nebenbei: Ich bin der Messias, auf den Juden wie Samariter warten!
Unglaublich, was Jesus hier alles in ein paar Sätzen ankündigt! Jetzt würden wir gerne hören, was er noch zu sagen hat. Erkläre uns dies bitte weiter. Aber … „ In diesem Augenblick kamen seine Jünger zurück. …“ (Johannes 4:27) Es gibt Momente im Leben, da wünschte man …
Und ich bin auch ein wenig vom historischen Kontext abgekommen. Wir müssen uns aber noch mit dem historischen Kontext des Gespräches und der Niederschrift des Evangeliums befassen.
Woher wissen wir überhaupt von diesem Gespräch? Es ist ja nicht wie bei der Bergpredigt, wo Tausende seine Worte gehört haben. Es ist ein Gespräch zwischen Jesus und der Frau. Wenn wir den Bericht lesen, ist das wie heute in einem Roman oder Film, bei dem wir Zuschauer Beobachter sind – aber es gab damals keine Beobachter und keine Kamera! Also woher soll Johannes das gewusst haben? Wir wissen es nicht. Vielleicht hat Jesus oder die Frau es später selbst den Aposteln gesagt. Wichtig ist aber, dass diese Wort nicht Teil der Bergpredigt ist und somit an viele gerichtet war, sondern an genau eine Person. Daher ist es so wichtig, ihren Hintergrund zu verstehen.
Jesus spach nicht mit uns. Das Evangelium wurde nicht an uns geschrieben. Wir können froh darüber sein, wass wir es heute haben. Wann wurde das Johannes Evangelium denn vermutlich geschrieben? Gemäß der Überlieferung wurde Johannes um 98 n. Chr. geschrieben. Also rund 70 Jahre – sieben Jahrzehnte– nach Jesu Wirken. Und etwas 1/2 Jahrhundert nach den anderen Evangelien und Briefen. Aber das ist noch nicht der vollständige historische Kontext.
Selbst nach der Überlieferung wurde das Johannes Evangelium also etwa 30 Jahre nach der Zerstörung Jerusalems 70 n.Chr. geschrieben. Neben all den Problemen mit der Anbetung im Tempel war jetzt also auch der zweite Tempel zerstört, die Nation zerstreut und die Anbetung nach dem mosaischen Gesetz in Frage gestellt. Und wie wir wissen, gab es über Jahrzehnte viele, die als Juden zum Glauben an Jesus als den Messias kamen, aber immer noch das mosaische Gesetz als den entscheidenden Unterschied angenommen haben?
Fazit
Interessant ist auch, dass diese Begebenheit nur in Johannes 4 dargestellt wird. Nicht in den synoptischen Evangelien. Keine Spur davon. Was haben denn die Jünger in den 70 Jahren davor gemacht? Kannten sie das nur aus mündlichen Überlieferungen?
War das für die synoptischen Evangelien nicht wichtig genug? Nun, mit welcher Botschaft startet Jesus? „Kehrt um, ihr müsst Jahwe in Geist und Wahrheit anbeten“?
In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa und spricht: Tut Buße! Denn das Reich [o. die Königsherrschaft] der Himmel ist nahe gekommen.
Matthäus 3:1,2 Elberfelder
Und nachdem Johannes überliefert war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gotte und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich [o. die Königsherrschaft] Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
Markus 1:15 Elberfelder
Das Reich [o. die Königsherrschaft] Gottes ist nahe zu euch gekommen.
Lukas 10:9 Elberfelder
Vielleicht sollten wir uns besser auf diese Botschaft – das Evangelium – mehr zurückbesinnen anstatt zu versuchen, etwas aus Johannes 4:23,24 für uns herauszulesen oder gar hineinzulesen. Zumal Jesus das Thema hier nicht vertieft hatte.
Was können wir aus Johannes 4:23, 24 lernen? Ich schlage dies vor:
- Der Text in Johannes 4:23, 24 ist die Antwort Jesu auf eine spezielle Frage einer gewissen Frau vor 2000 Jahren, die zwei bestimmte Formen der Anbetung Jahwes angesprochen hat.
- Die Anbetung Jahwes – nun als Vater bezeichnet – besteht nicht mehr in einem formalen System von Opfern an bestimmten Orten sondern ist etwas Geistiges. So wie der Vater auch nicht physisch an diesen Orten ist, sondern ein Geist ist.
- Diese Anbetung darf nicht auf fiktiven menschlichen Überlieferungen beruhen, sondern muss auf Wirklichkeiten basieren. Das, was aus Sicht des Vaters richtig und real ist.
- Und übrigens: Der Messias ist gekommen; ich, Jesus, bin es. Dieses Evangelium ist die Wirklichkeit, das Wahre, das Bestandteil der Anbetung sein muss.



















































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